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Produkttest: „Posture“ von Blackroll

Veröffentlicht von admin am

Was taugt die Haltungskorrektur wirklich?

Als ich neulich auf der Suche nach neuen Artikeln für meinen Shop auf die Haltungskorrektur „Posture“ von BLACKROLL® stieß, wurde ich neugierig. Ein kleines Hilfsmittel, im Grunde nicht viel mehr als ein größenverstellbares Stück Stoff und ein wenig Plastik, sollte einen Rundrücken, schlaffe, nach vorne hängende Schultern und die Körperhaltung im Allgemeinen langfristig und nachhaltig korrigieren? Ich hätte gezweifelt und den Test wahrscheinlich nicht gemacht, wäre ich selbst nicht schon länger überzeugt von den anderen BLACKROLL®-Produkten. Ehrlich gesagt fand ich den Look – eine Mischung aus taschenloschem Rucksack, Pistolenhalfter und Hosenträgern – ganz witzig… vielleicht auch ein Grund, warum es mich in Richtung des „In den Warenkorb“-Buttons gezogen hat.

Also… habe ich das gute Teil mal bei meinem Großhändler bestellt. Das kleine Päckchen (12 x 16cm) war am nächsten Tag da. Es ließ sich ganz leicht per Magnet öffnen. Ich mag solche Kleinigkeiten, ich finde, diese machen ein Produkt in der Summe hochwertiger. Man hat nicht das Gefühl, etwas Billiges gekauft zu haben. Ich nahm den Posture also aus dem Päckchen. Nichts Spezielles. Viel Stoff, ein wenig Klettverschluss und eine Plastikschnalle. Der Posture besteht aus folgenden Materialien: 71% Baumwolle, 25% Nylon und 4% Elastan. Beim Überprüfen der Verarbeitung fiel mir auch nichts Negatives auf. Im Gegenteil: ich hatte das Gefühl, dass die Verarbeitung der unspektakulären Materialien sehr gut war. Einige Fäden standen an den Nahtabschlüssen ab, doch das ist meiner Ansicht nach kein Qualitätsmangel, sondern beim industriellen Vernähen normal. Auch das aufgenähte kleine Label mit dem BLACKROLL®-Logo darauf fand ich schön, wieder eine angenehm wahrzunehmende Kleinigkeit.

Doch jetzt geht es ja letztendlich um das Wichtigste: Was bringt der BLACKROLL®-Posture und wie lässt er sich tragen?

Beim ersten Versuch, nun einen Praxistest zu starten, stieß ich auf das erste – wenn auch verhältnismäßig kleine – Manko: Dem Posture lag keine Beschreibung oder Anleitung bei. Nach einigen Versuchen an den Klettverschlüssen schaffte ich es aber, den Posture sinngemäß anzuziehen. Ein weiteres, meiner Meinung nach aber technisch bedingtes Manko fiel mir hier auf: will man den Posture nicht mit geschlossenen Klettverschlüssen auf unbequemste Art und Weise aufsetzen, so muss man eine ziemlich gute Schultermobilität haben, um die Klettverschlüsse dann an der Mitte des Rückens erreichen und festziehen zu können. Hat man nicht die ausreichende Mobilität, um entweder in den bereits festgezogenen Posture zu kommen oder kann die Klettverschlüsse alleine nicht erreichen, wäre man beim Anziehen des Posture demnach auf einen Partner angewiesen…
[ Anmerkung: Nachdem ich das, was ich gerade geschrieben habe, noch einmal gelesen habe, weil es mir so komisch vorkam, habe ich es nochmal probiert und man kann es – etwas umständlich zwar – aber auch schaffen, den Posture ohne fremde Hilfe oder eine hohe „range of motion“ der Schultern anzuziehen. ]

Ich zog also die Klettverschlüsse nach Gefühl fest – ziemlich fest. Entgegen meiner Erwartung war das Tragen des Posture nicht unangenehm. Die wichtigsten Stellen waren ausreichend gepolstert. Unter Berücksichtigung, dass das eine Haltungskorrektur ist, würde ich sagen, man hat ein sehr angenehmes Tragegefühl. Da ich nicht unter einem Haltungsdefizit leide, brachte ich mich absichtlich in eine falsche Körperhaltung, ließ die Schultern nach vorne hängen und mache den Rücken etwas rund. Jetzt fing der Posture an, unangenehm zu werden. Die Gurte, die durch die Achsel liefen, zogen unangenehm von vorn nach hinten und das Rückenmittelstück drückte unangenehm gegen ein paar Wirbel meiner Brustwirbelsäule. Der Posture zwang mich also sozusagen mit sanfter Gewalt wieder in die richtige Körperhaltung.
Das Ganze erinnert mich ein wenig an Verhaltenstherapie: Gehst du in eine falsche Körperhaltung wirst du negativ Bestärkt (durch den „Schmerz“ – es ist kein wirklicher Schmerz, es ist nur unangenehm). Den Erfolg verhaltenstherapeutischer Maßnahmen kann man nicht einfach von der Hand weisen. Ich trug den Posture einige Stunden. Ich stand gerader, die Schultern noch ein Stück weiter hinten als sonst, was ich als Optimierung meiner Haltung gesehen habe und – was ich nicht gedacht hätte – es half mir auch, gerade zu sitzen! Was das angeht, habe ich wirklich ein (Einstellungs-)Problem. Ich kann körperlich sehr gut und gerade sitzen, bin aber eher so der Lümmler auf der Couch. Der Posture hat mich in die richtige Position gedrückt. Das Lümmeln war so unangenehm, dass ich entweder den Posture hätte ausziehen oder mich eben gerade hinsetzen müssen. Aber den Posture auszuziehen kam für mich nicht in Frage. Ich wollte ja die Alltagstauglichkeit testen…

Deshalb mein Fazit:

Negativ:

  1. etwas umständlich zu benutzen, bis man es gewohnt ist oder einen Weg gefunden hat
  2. denn eine Anleitung gibt es nicht
  3. Nutzung bei Haltungsproblemen könnte bei zu langer Tragedauer schmerzhaft werden (hier empfiehlt BLACKROLL® aber auch eine geringe Tragedauer zu Beginn)

Positiv:

  1. Hilft wirklich eine bessere Haltung im Stehen und im Sitzen einzunehmen und zu behalten
  2. Man kann so super passiv an seiner Haltung arbeiten, der Posture gibt physisches Feedback, wenn die Haltung falsch wird
  3. Kann gut unter einem Shirt oder Hemd versteckt werden, sodass niemand sieht, dass man den Posture trägt
  4. Hochwertige Verarbeitung
  5. Geringer Preis für einen großen Nutzen (ca. 40€, je nach Händler)

 

Schlussendlich habe ich den BLACKROLL®-Posture in meinen Shop (KLICK HIER, UM ZUM ARTIKEL IM SHOP ZU GELANGEN) aufgenommen, da man diesen (v. a. mit kurzer Einweisung) wirklich weiterempfehlen kann. Ich bin der Überzeugung, wenn man sich vom Posture lange genug in die richtige Position „zwingen“ lässt, so erlebt der Körper das irgendwann als die normale Position und man kann davon profitieren, ohne speziell Übungen zur Haltungskorrektur in tägliche Routine oder Training einfließen lassen zu müssen.


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