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Training und Schwangerschaft – worauf muss ich achten?

Veröffentlicht von m.lederer am

Training in der Schwangerschaft

Dass du während deiner Schwangerschaft Sport treiben darfst, hast du sicherlich schon gehört… falls aber nicht – die Antwort auf diese Frage ist definitiv ein „Ja!“ Doch wir wollen ein wenig tiefer in die Materie eintauchen und dir Sicherheit bei deinen Entscheidungen zum Training während deiner Schwangerschaft geben.
In der Schwangerschaft – vor allem während deiner ersten – kann es vorkommen, dass du unsicher bist. Alles fühlt sich etwas anders an. Bewegungen fallen schwerer. Kniebeugen fühlen sich nicht mehr so leicht und angenehm an, wie vor der Schwangerschaft. Situps sind zu einer Unvorstellbarkeit geworden und wenn sich etwas nicht gut anfühlt, ist es sicher besser, es einfach zu lassen, oder? Ganz klar: Jein!

Natürlich ist es wichtig, auf dich und deinen Körper zu hören, aber wir Menschen sind nun einmal „Schmerzvermeider“ und suchen intuitiv den Weg mit dem geringsten Widerstand. Wobei „Schmerz“ hier den Sport, das Training, die Bewegung an sich meinen soll. Nicht die Schmerzen eines viel zu heftigen und starken (Kraft-)Trainings. Doch was den Schmerz angeht, sind es ganz klar die wenigsten Schwangeren, die hier alleine und ohne Aufklärung den Punkt überwinden, an dem die innere Stimme sagt: „Jetzt lieber nichts mehr machen! Ich würde ja, aber zum Wohle meines Kindes….“
Hier triffst du schon auf die erste Ausrede, die dein innerer Schweinehund produziert. Wenn du weißt wie, kannst du bis ins letzte Trimester hinein trainieren. Klar, manche Übungen musst du abwandeln und manche Sportarten sollten ganz vermieden werden, aber grundsätzlich kannst du etwas für dich tun. Wir sind geboren, um uns zu bewegen und das kannst und sollst du auch. Bis zum Tag der Entbindung. Definitiv!
Nochmal merke ich an dieser Stelle an: Training und Bewegung bedeutet nicht zwangsläufig, Kniebeugen zu absolvieren oder sich beim Yoga zu verrenken. Nein. Einfaches Armekreisen und Wirbelsäulenmobilisationen sind schon Bewegung. Wichtige Bewegung.
Wenn du dich im Rahmen deiner Möglichkeiten dazu entscheiden solltest, dich zu bewegen und etwas zu trainieren, kannst du von folgenden Auswirkungen profitieren:

1.) Weniger Gemütsschwankungen, mehr Ausgeglichenheit
2.) Bewahrung des Körpergefühls
3.) schnellere Rückbildungsfähigkeit nach der Geburt
4.) Weniger Müdigkeit, mehr Energie
5.) mehr Leistungsfähigkeit
6.) Vermeidung von Beschwerden während der Schwangerschaft (Rückenschmerzen, geschwollene Füße, etc.)
7.) Verbesserte Regeneration (auch nach der Geburt)
8.) Mehr Energie für die ersten Monate mit Baby

Das hört sich sicher genial an, doch bevor du jetzt munter drauf los sportelst, lies weiter. Wenn deine Frauenarztin dir nicht direkt vom Training abgeraten hat, kannst du dich also in einer moderaten Art und Weise bewegen und auch trainieren. Die Untersuchungen hätten ihr Anlass gegeben, dir vom Sport abzuraten, sollte es nicht ratsam sein, Sport zu machen. Falls du dir aber unsicher bist, so haben wir hier noch einmal einige der Gründe zusammengefasst, die Sport und strukturiertem Training – nicht aber Bewegung an sich – im Weg stehen oder ihn sogar unratsam machen:

1.) Starkes Übergewicht
2.) Starkes Untergewicht
3.) Anämie (Blutarmut)
4.) bestimmte Stoffwechselerkrankungen (div. Blutddruck- und Schilddrüsenerkrankungen)
5.) Organleiden (v. a. Herz & Lunge)
6.) Nach einer Infektion sollte möglichst vollständig regeneriert werden
7.) Unterversorgung und Untergewicht des Babys (Fötus)
8.) Anomalie bei der Gebärmutter

Das sind die schlimmsten Gegener der Bewegung in der Schwangerschaft. Leider sind nicht alle Menschen gleich gesund und nicht jede Schwangerschaft verläuft gleich unkompliziert. Dieses Komplikationen bedürfen ausnahmslos Rücksprache mit dem Frauenarzt/der Frauenärztin. Im Allgemeinen ist es immer sinnvoll, Offenheit zum Arzttermin mitzubringen und alle nur möglichen Fragen stellen. Es gibt keine dummen Fragen! Zweifel und Bedenken können immer – ausnahmslos immer – mit den Medizinern besprochen werden. Man erhält dort sicherlich in den meisten Fällen konkretere und individuell zutreffendere Informationen als im Internet. Sollten bislang keine Komplikationen aufgetreten sein, kann es dennoch vorkommen, dass während des Training und während des Sports bei unzureichender Einweisung oder Überschätzung der eigenen (Noch-)Leistungsfähigkeit, eine der folgenden Komplikationen auftritt. In diesen Fällen sollte dann unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

1.) Blutungen
2.) übermäßiger Ausfluss
3.) Bauchschmerzen
4.) Bauchkrämpfen
5.) Herzrasen
6.) Brustschmerzen
7.) Schwellungen, Schmerzen, Rötungen in Beinen, Gelenken, Händen oder dem Gesicht
8.) Schwindel- und Sehstörungen
9.) frühzeitige Wehen

Um das zu vermeiden, solltest du auf jeden Fall einen Gang herunterschalten, was den Sport angeht. Vor allem, wenn du vor der Schwangerschaft eine ambitionierte Sportlerin warst, die auch gerne an die Belastungsgrenze ging, ist Vorsicht geboten. Vor allem in den ersten 18 Wochen sollten deshalb intensive Belastungen vermieden werden. Hier ist die Schwangerschaft und somit der Fötus noch sehr „fragil“. Vor allem und auch während der gesamten Schwangerschaft vermieden werden sollten auch hochintensive Sportarten, Wettkampfsportarten, Fallschirmspringen, Bungee, Tauchen in größeren Tiefen, Sportarten mit erhöhter Sturzgefahr(Skifahren, Mountainbiking, Kampfsport mit Halb- oder Vollkontakt).

Es gibt im Internet viele Ratgeber, was denn per se am besten für die Schwangerschaft geeignet ist. Diesen Empfehlungen wollen wir uns nicht uneingeschränkt anschließen. Was sicherlich gut ist, ist Aqua-Gymnastik und -Fitness. Hier wird der Körper und werden die Gelenke entlastet. Krafttraining nur auf das Training an Geräten im Fitnessstudio zu beschränken kann sinnvoll sein, jedoch ist ein gutes funktionales Training auch machbar. Hier sollte unbedingt professionell Angeleitet werden. Zumindest sollten eine oder zwei Einheiten Einzelcoaching gebucht werden, in welchen eine Aufklärung stattfindet, No-Gos geklärt werden und ein eventuell optimales Training auch für zu Hause ausgearbeitet werden kann. Ein qualifizierter Coach ist hierbei das A und O. Gehe auf keinen Fall im Discounter-Studio deines Vertrauens zum Personal und lasse dich dort für eine hochspezielle Situation wie deine Schwangerschaft einweisen. Das kann, um es im meinen Worten auszudrücken, richtig kacke werden und übel in die Hose gehen. Selbstverständlich kannst du mit deiner Schwangerschaft und deinem Trainingswunsch gerne zu uns kommen. Ich habe bereits viel Erfahrung im Umgang mit Schwangeren und wir haben zudem eine Kooperation mit einer Hebammenpraxis in Fürth, welche ebenfalls schwangerengerechte Kurse anbieten. Auch unser Samstagskurs kann dich in deiner Schwangerschaft fordern und fördern – doch genug der Eigenwerbung.

Abschließend möchte ich also sagen:
Solltest du keine der oben vorbezeichneten Komplikationen mit in deine Schwangerschaft nehmen oder sollte sich keine dieser im Laufe der Schwangerschaft ergeben und hast du keine der letzteren Beschwerden während des Trainings, so kannst du nach Gefühl weiter trainieren. Bauchbelastungen sollten vermieden werden. Die abdominale Muskulatur wird im Laufe der Schwangerschaft erheblich gedehnt und fast unbrauchbar (das merkst du auch, wenn du dich im Laufe der Schwangerschaft hinsetzen möchtest) – hier gilt es, zu schonen. Vermeide hochintensive Belastungen. Die Belastungsgrenze ist individuell. Taste dich langsam an deine persönliche Schwangerschaftbelastungsgrenze heran oder lasse dir von einem qualifizierten Coach dabei helfen. Oft schon kann eine einzige Coachingeinheit Sicherheit geben und das Gefühl, das du beim Training hast, positiver gestalten.
Halte immer Rücksprache mit deinem Arzt. Erzähle von deinen Sportarten, deinen Gefühlen und eventuellen Symptomen dabei! So bist du auf der sicheren Seite!

Und jetzt wünsche ich dir persönlich einen wundervollen Schwangerschaftsverlauf. Genieße die Zeit.

 

Dein Marcel und Team